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Schwarze Sonne scheine

Ein junger Mann, aufgewachsen in einem katholischen Internat in Bayern, der sein Leben darauf ausgerichtet hat, Schriftsteller, Dichter zu werden, muß sich entscheiden zwischen sicherem Tod und ungewissen Überleben, für das er sich allerdings zwei völlig unbekannten Menschen überlassen muß. Eine ausgewiesene prominente Ärztin stellt ihm die Diagnose, er leide an einer nur von ihr diagnostizierbaren tödlichen Krankheit, die eine sofortige Therapie im amerikanischen Texas erfordere. Der väterliche Mentor, ein katholischer Priester, rät, der Ärztin zu vertrauen und in die USA zu reisen. Wie soll sich der angehende Schriftsteller entscheiden? Andere Diagnosen einholen, obwohl sie laut Ärztin die Krankheit nicht aufspüren können? Dem Rat der Eltern folgen und sich sofort dem Krankenhaus ausliefern? Statt dessen rekapituliert er sein Leben und die Ereignisse, die zu dieser dramatischen Situation geführt haben.

Peter Michalzik, Frankfurter Rundschau, 04.06.2011
„(…) Ostermaier besetzt in der deutschen Literatur eine bemerkenswerte Position. Er ist der letzte Sänger. Er ist ein überschwänglicher Barde, der fortwährend sein Herz ausschüttet, Wärme und Verzweiflung verströmt und die Welt umarmt. (…) Das Buch ist ganz aus dem Moment heraus geschrieben, wo es ums Ganze geht: das Leben, das gelingende Leben, das Leben als Künstler. (…) So ist „Schwarze Sonne scheine“ ein schönes, trauriges und hochnotkomisches, ein absurdes, ein verzweifeltes und warmes Buch geworden.“
Ijoma Mangold, DIE ZEIT, 01.06.2011
„In seinem neuen Roman „Schwarze Sonne scheine“ scheut Albert Ostermaier nicht den hohen Ton, aber wir folgen gerne seinem Pathos. (…) Wir schlagen hier bewusst vollmundige Töne an, um dem Leser einen Eindruck von der Tonhöhe zu geben, unter der es der Lyriker und Theaterautor Ostermaier für seinen zweiten Roman nicht macht. Aber genau das hebt dieses Buch heraus aus dem Gleichmaß der deutschen Gegenwartsliteratur. Schwarze Sonne scheine ist vielleicht kein makelloser, unangreifbarer Roman, aber Ostermaier hat den Mut zum Pathos, zum Narzissmus und zur Metapherntrunkenheit, die in unseren literarischen Bauhaus-Zeiten sonst niemand wagt (…) Es mögen sich die Jüngeren ein Beispiel nehmen am expressionistischen Mut Albert Ostermaiers, dann haben wir Leser und Kritiker wieder eine Literatur, die man nicht einfach nur abnicken muss.“
Volker Weidermann, FAS, 29.05.2011
„(…) Denn nüchtern ist an dem neuen Buch (…) nichts. Es ist geradezu ein Manifest der Anti-Nüchternheit, ist ein Roman des heißen Fühlens, der panischen Angst, ein Buch der ungezügelten Todesangst, Lebenslust und Dichtersehnsucht. Ein Buch am offenen Herzen (…). Aber die Distanzlosigkeit des Autors zu seinem Protagonisten ist mitunter schon ein Problem. Ein wenig Ironie, ein bisschen weniger Pathos würden dem Leser etwas Luft zum Atmen lassen. (…)“
Jahn Ehlert in NDR Kultur
„Ostermaier traut sich, die unausgesprochenen Regeln zu durchbrechen, zu schreiben ohne Schere im Kopf, die Pathos und vermeintlichen Kitsch durch wohlformulierte Phrasen ersetzt. (… ) Ostermaier macht sich angreifbar, verwundbar – und damit außergewöhnlich. Das Buch „Schwarze Sonne scheine“ ist daher weniger ein Roman als ein Manifest: Eine Erinnerung daran, was Literatur tatsächlich sein kann, wenn man sie von allen Schranken befreit.“
Deutschland Radio, 23.05.2011
„(…) Albert Ostermaier konstruiert ein raffiniertes Erzähllabyrinth. Doch geht es ihm dabei nicht um spannungsreiche Effekte. Im Zentrum des Romans steht ein abgrundtief Verzweifelter, dem das Todesurteil eine kritische Distanz zu sich selbst verschafft. (…) In seinem zweiten Roman verfolgt Albert Ostermaier einen radikalen Erzählansatz. Es geht ihm um die „implantierten“ Ängste und um Machtmissbrauch, vor allem vonseiten der Kirche (…)“
Christoph Schröder, SZ, 23.05.2011
„(…) Albert Ostermaiers neuer Roman, sein zweiter, endet dort, wo er auch beginnt: in einem Krankenhaus. Und gleich auf der ersten Seite, in den ersten Sätzen schlägt Ostermaier die Grundmotive an, die dann auf vielfältige Weise durchgespielt werden: Betäubung, Heilsversprechen, Abhängigkeit, Bedrohung. Und, selbstverständlich, über allem, der Tod. (…) Das Buch vibriert, pulsiert, es ist ungezügelt und in seinen Reaktionen überschießend. (…) Das Resultat ist nicht ein bedingungslos gelungener Roman. Aber einer, der Ernst macht und ernst zu nehmen ist.“
Hajo Steinert, DIE WELT, 21.05.2011
„(…) Entscheidend für das Wohl und Wehe des Romans aber ist weder seine Gerichts- noch Mühlentauglichkeit, sondern allein die literarische Qualität. Und die ist erhaben über die Befriedigung schlüsselfertiger Lesegelüste. (…) „Schwarze Sonne scheine“ liest sich als verstörendes, aufrüttelndes, nachdenklich stimmendes Zeugnis an die Adresse einer verunsicherten Generation. Einer Generation, die den großen Kick im Stadion und bei Partys verspürt. (…) Die Schauplätze der grossen Geschichte hingegen lassen sie eher kalt. Aber das ist auch der Grund, dass Albert Ostermaier – wie auch seine zahlreichen Arbeiten für das Theater zeigen – zu den wenigen Künstlern seiner Generation gehört, die etwas wagen, die etwas zu sagen haben, die eine Mission im Kopf haben. „Schwarze Sonne Scheine“ ist ein starker Roman. Ein Schlüsselroman? Das ist er erst in zweiter Linie.“
Felicitas von Lovenberg, FAZ, 21.05.2011
„(…) Zumindest sprachlich teilt Albert Ostermaier das schwärmerische Naturell seines Helden. Dieser Autor ist ein Liebender. Er liebt die Sprache so sehr, dass er bisweilen nicht genug von ihr bekommen kann. (…) Aber ob der Erzähler Kleist anruft, Novalis oder Kafka, man spürt auf jeder Seite dieser beklemmenden Geschichte und dieses packenden Romans, dass hier einer spricht, der mit Sprache nicht nur verführen, sondern selbst von ihr verführt werden will (…)“
Sabine Dultz, Münchner Merkur, 21.05.2011
„(…) Albert Ostermaier (…) hat mit „Schwarze Sonne scheine“ ein aufwühlendes, provokantes, so anrührendes wie erhellendes Prosawerk vorgelegt. Einen Heimatroman,. Einen Medizin- und Kirchenkrimi. (…) Starker Tobak in einem starken, lyrischen Roman.“&

Details

  • Suhrkamp Verlag
  • Roman – auch als Taschenbuch und Ebook erhältlich
  • Erschienen: 18.05.2011
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