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GLUT. Siegfried von Arabien

Albert Ostermaier
GLUT.

Konstantinopel im Jahr 1915, mitten in der Zeit des 1. Weltkrieges.
Im Bahnhof der Hauptstadt des Osmanischen Reiches herrscht hektisches Treiben. Ein Zug der legendären Bagdad-Bahn wird beladen, Berge von Koffern, Kisten und undefinierbares, von Planen verdecktes Gepäck. Die Zusammensetzung der Passagiere hat es in sich: In der 1. Klasse nehmen Vertreter nahezu aller verfeindeter Parteien der weltweiten Kriegswirren Platz.

Unter den Passagieren befinden sich der französische Waffenhändler Rimbaud, der undurchsichtige Vertreter des britischen Empires Lord Lawrence Hawk und der vulgär-trunksüchtige russische Prinz Igor Bopoha. Auf der anderen Seite der Jungtürke und osmanische Polizeichef Enver Sahin, der mit wachem Auge beobachtet, wer sich da alles durch seinen Zuständigkeitsbereich bewegt, die geheimnisvolle Filmemacherin und Agentin des Deutschen Reiches Lady Adler zu Stahl und mittendrin der charismatische deutsche Hauptmann Fritz Klein.
Der wiederum ist auch dabei, als die 2. Klasse belegt wird: mit einer bunte Mischung aus Wanderzirkus und Theatertruppe. Ein Haufen scheinbar wild zusammengewürfelter deutscher Abenteurer, Schauspieler, Musiker und Sänger, die sich auf dem Weg zum per- sischen Scheich Omar befinden, um ihm weit hinter den feindlichen Linien tief im arabischen Raum in einer Art Kulturaustausch die deut- sche Oper nahe zu bringen.

Hans-Dieter Schütt, neues deutschland 14.08.2017
„(…)Trotz aller Einwände bleibt Ostermaiers Trilogie, die nun ihren Abschluss fand, die intelligente, ambitionierte Vermessung eines freien Jagdraums. Wer jagt wen? Der Unglaube den Glauben und der Glauben treibt stets einen neuen Unglauben hervor. Die ewig dialektische Treibjagd (…)“

Eckhard Fuhr, Die Welt 07.08.2017
„(…)Die nibelungenmäßige Formatierung dieses spannenden, historischen Stoffes gelingt Ostermaier durch die Figuren des Scheichs Omar und seiner Frau, der deutschen Gräfin Falke, die unschwer als Etzel und Kriemhild zu erkennen sind. (…) Im Theater regiert die Sage und die historischen Fakten und erzeugt ihre eigene Wahrheit. Dank Ostermaier Autorengeschick sind beide Ebenen so gut miteinander verwoben, dass man kaum störende Nähe wahrnimmt. In der Textform läuft das Stück rund (…)“

Christine Dössel, Süddeutsche Zeitung 07.08.2017
„(…)Dies alles bildet den Rahmen für eine so interessante wie anstrengende Theaterfahrt mit dem Orientexpress (…). Kleins Hasardeur-Nummer mit dem Nibelungenstoff zu einer Art Agententhriller zu verknüpfen, ist eine originelle Idee, klug gedacht, aber Albert Ostermaier will zu viel. (…)“

Project details

  • Nibelungenfestspiele Worms – UA 04. August 2017
    Inszenierung: Nuran David Calis; Bühne: Irina Schicketanz
    Musik: Vivian und Ketan Bhatti
  • Fotos:  copyright Nibelungenfestspiele Worms
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